Kingston SSDNow mS200 120GB im Test: Ein altes Ultrabook wiederbeleben
7.2/10

Die Kingston SSDNow mS200 mit 120 GB ist keine SSD, die man heute für ein neues System kauft – sie ist eine mSATA-SSD aus einer Zeit, in der dieser kompakte Formfaktor der Standard für dünne Ultrabooks war, bevor M.2 ihn ablöste. Wer aber noch ein altes Ultrabook, Thin-and-Light-Notebook oder Mini-PC mit mSATA-Steckplatz besitzt, findet in ihr eine der wenigen noch verfügbaren, seriösen Möglichkeiten, dieses Gerät sinnvoll aufzurüsten, statt es zu entsorgen.
Was mSATA war und warum es heute selten geworden ist
mSATA (mini-SATA) war ein Übergangsformfaktor: kompakter als eine 2,5-Zoll-SSD, aber elektrisch weiterhin über SATA statt über die schnellere NVMe-Schnittstelle angebunden. Zwischen etwa 2012 und 2015 war er in vielen Ultrabooks, Convertibles und kleinen Formfaktor-PCs verbaut, bevor M.2 ihn wegen seiner höheren Flexibilität und NVMe-Fähigkeit fast vollständig verdrängte. Das Ergebnis: Wer heute ein Gerät aus dieser Generation besitzt, hat oft kaum noch Auswahl an Ersatz- oder Upgrade-Laufwerken – die SSDNow mS200 gehört zu den wenigen mSATA-Modellen, die noch mit vernünftiger Qualität erhältlich sind.
Der Effekt eines SSD-Upgrades in einem alten Notebook
Der Umstieg von einer klassischen Festplatte oder einer sehr frühen, langsamen SSD-Generation auf ein aktuelleres Laufwerk wie die mS200 ist eines der wirkungsvollsten Upgrades überhaupt für ein altes System – oft spürbarer als ein RAM- oder CPU-Upgrade, weil praktisch jede Interaktion mit dem Betriebssystem, von Programmstarts bis zum Dateizugriff, direkt von der Speichergeschwindigkeit abhängt. Ein siebenjähriges Ultrabook mit einer frischen SSD fühlt sich im Alltag oft deutlich reaktionsschneller an, selbst wenn CPU und RAM unverändert bleiben.
120 GB in der Praxis: knapp, aber ausreichend für ein Zweitgerät
120 GB ist nach heutigen Maßstäben eine kleine Kapazität, aber für den typischen Einsatzzweck eines wiederbelebten alten Ultrabooks – leichtes Surfen, Office-Dokumente, E-Mail, gelegentliches Streaming – ist sie ausreichend, solange größere Mediensammlungen extern oder in der Cloud gelagert werden. Wer das Gerät stattdessen als vollwertigen Arbeitsplatz mit vielen lokal installierten Programmen nutzen will, sollte die Kapazitätsgrenze vorab realistisch einplanen.
Kompatibilität sorgfältig prüfen
Der wichtigste Schritt vor dem Kauf einer mSATA-SSD ist, die genaue Spezifikation des eigenen Geräts zu prüfen: Manche Ultrabook-Modelle jener Generation nutzten physisch ähnliche Mini-PCIe-Steckplätze, die aber keine mSATA-Signale führten, sondern für WLAN-Module reserviert waren. Ein Blick ins Servicehandbuch des Herstellers oder eine kurze Modellnummer-Recherche verhindert eine Fehlkauf-Enttäuschung. Wer stattdessen ein aktuelleres System mit M.2-Steckplatz aufrüsten will, ist bei einem Laufwerk wie der SK hynix BC501 deutlich besser bedient, die native NVMe-Geschwindigkeit über PCIe bietet.
Wo ein solches Upgrade wirtschaftlich sinnvoll ist
Ein mSATA-Upgrade für rund 65 US-Dollar lohnt sich wirtschaftlich fast immer gegenüber einem Neukauf, wenn das restliche System – Display, Tastatur, Akku, Gehäuse – noch in gutem Zustand ist. Es ist auch aus Nachhaltigkeitssicht sinnvoll, ein funktionierendes Gerät weiterzunutzen, statt Elektroschrott zu produzieren, nur weil die Speichergeschwindigkeit der schwächste Teil des Systems geworden ist. Wer generell über Speicher-Upgrades nachdenkt, egal ob mSATA, SATA oder NVMe, findet in unserem SSD-Kaufratgeber eine breitere Einordnung, welche Schnittstelle für welches Gerät sinnvoll ist.
Der Unterschied zwischen mSATA und WLAN-Mini-PCIe-Steckplätzen
Eine häufige Verwechslung bei diesem Upgrade betrifft die physische Steckplatzbezeichnung: Manche Notebook-Hersteller nutzten einen mechanisch identischen Mini-PCIe-Steckplatz sowohl für WLAN-Karten als auch für mSATA-Speicher, wobei nur eine der beiden Belegungen tatsächlich SATA-Signale führt. Ein Blick auf das exakte Servicehandbuch oder eine kurze Suche nach der Modellnummer des eigenen Geräts in Kombination mit dem Begriff "mSATA" schafft hier vorab Klarheit. Wer versehentlich versucht, eine mSATA-SSD in einen reinen WLAN-Mini-PCIe-Steckplatz zu stecken, wird feststellen, dass das Laufwerk vom BIOS schlicht nicht erkannt wird – ein häufiger, aber vermeidbarer Fehler bei diesem speziellen Upgrade.
Warum sich ein solches Nischenlaufwerk überhaupt noch lohnt
Aus reiner Stückzahlperspektive ist mSATA ein Nischenmarkt, und viele Hersteller haben die Produktion entsprechender Laufwerke längst eingestellt. Dass Kingston mit der SSDNow mS200 weiterhin ein Modell in dieser Kategorie pflegt, ist ein Vorteil für alle, die auf ein solches Gerät angewiesen sind – die Alternative wäre häufig, gebrauchte, oft schon stark abgenutzte mSATA-SSDs auf dem Gebrauchtmarkt zu suchen, was hinsichtlich Restlebensdauer und Garantie deutlich riskanter ist als ein neues Laufwerk zu kaufen. Für ein Gerät, das ansonsten noch jahrelang gute Dienste leisten könnte, ist dieser Aufpreis für Zuverlässigkeit gut angelegtes Geld.
Grenzen dieser Aufrüstung
Ein SSD-Tausch behebt nicht jedes Problem eines alten Geräts: Eine schwache CPU bleibt schwach, ein kleiner Arbeitsspeicher bleibt klein, und ein verschlissener Akku wird durch eine neue SSD nicht besser. Wer im selben Zug auch über RAM nachdenkt, sollte parallel unseren Arbeitsspeicher-Ratgeber lesen – auch wenn dieser sich in erster Linie an Desktop-Systeme richtet, hilft er, die Prioritäten bei begrenztem Budget richtig zu setzen.
Wann sich ein Upgrade nicht mehr lohnt
Nicht jedes alte Gerät verdient noch ein Speicher-Upgrade. Wenn zusätzlich zur langsamen Speicherung auch die CPU spürbar überfordert ist, der Akku kaum noch Laufzeit bietet oder das Display bereits sichtbare Mängel zeigt, sollte man die rund 65 US-Dollar für die SSD eher als Anzahlung auf ein neues Gerät betrachten statt als sinnvolle Einzelinvestition. Als grobe Faustregel gilt: Wenn mindestens zwei der drei Kernkomponenten – Display, Akku, Gehäuse – noch in gutem Zustand sind und nur die Speichergeschwindigkeit spürbar limitiert, ist ein SSD-Tausch fast immer die wirtschaftlich sinnvollere Entscheidung gegenüber einem kompletten Neukauf.
Datensicherung vor dem Tausch nicht vergessen
Bevor das alte Laufwerk gegen die mS200 getauscht wird, sollte grundsätzlich eine vollständige Sicherung aller wichtigen Dateien erfolgen, selbst wenn eine Klon-Software genutzt wird. Klon-Vorgänge können bei alternder Hardware gelegentlich fehlschlagen, und ein aktuelles Backup auf einem externen Laufwerk oder in der Cloud stellt sicher, dass im schlimmsten Fall keine Daten verloren gehen. Dieser eine zusätzliche Schritt kostet kaum Zeit, verhindert aber im Ernstfall erheblichen Ärger und ist bei jedem Speicher-Upgrade an einem älteren Gerät eine sinnvolle Grundregel.
Preisentwicklung bei Nischenformaten
Weil mSATA-Laufwerke heute kaum noch produziert werden, unterliegt ihr Preis nicht mehr denselben stetigen Preisverfall-Kurven wie bei aktuellen M.2-NVMe-Laufwerken. Wer länger mit dem Kauf wartet, sollte daher nicht automatisch mit sinkenden Preisen rechnen, wie es bei aktueller Mainstream-Hardware der Fall wäre – im Gegenteil, ein weiter schrumpfendes Angebot kann die Preise für die verbleibenden erhältlichen Modelle sogar leicht steigen lassen. Wer ein passendes Gerät besitzt, sollte den Kauf daher eher früher als später einplanen, statt auf einen weiteren Preisrückgang zu warten.
Fazit
Die Kingston SSDNow mS200 120GB ist kein aufregendes Produkt, aber ein ehrliches: Sie löst ein sehr spezifisches Problem – ein altes mSATA-Gerät sinnvoll aufzurüsten – zuverlässig und zu einem fairen Preis. Für alle, die noch ein solches Gerät besitzen, ist sie eine der wenigen noch sinnvollen Kaufoptionen und ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jedes Upgrade nach dem neuesten Standard verlangen muss.